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Dead Man Walking

27.09.2012 - 20:00 Uhr

27.09.2012 20:00

Die humanistischen Kulturtage präsentieren:

Dead Man Walking

von Sister Helen Prejean / Martin Jürgens
mit Wicki Kalaitzi, Martin Molitor und Fritz Bleuler
Regie: Martin Jürgens

Dead man walking! Dieser Ruf ist zu hören, wenn in US-Gefängnissen ein zum Tode Verurteilter zur Hinrichtung geführt wird. Für den Todeskandidaten Jake im gleichnamigen Theaterstück scheint keinerlei Sympathie möglich. Sein Verbrechen ist widerwärtig. Vergewaltigt hat er und gemordet. Jake ist ein arroganter Rassist ohne jedes Mitgefühl für die Opfer seiner Tat und von jeglicher Reue weit entfernt. Dennoch wird Sister Helen sein geistlicher Beistand und begleitet ihn bis zu seinem Tod durch die tödliche Injektion.

Die Todesstrafe in den USA kann auf der Grundlage bundes- wie einzelstaatlicher Gesetze verhängt werden und ist zu dem Bestandteil des Militärstrafgesetzbuches. 34 der insgesamt 50 Bundesstaaten sehen die Todesstrafe vor. Obwohl seit der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten Bürgerrechtler und Menschen-rechtsorganisationen für die Abschaffung der Todesstrafe kämpfen, liegt die Zustimmungsrate in der US-Bevölkerung konstant bei deutlich über 70%.

Die Grausamkeit der Todesstrafe beschränkt sich nicht nur auf den tatsächlichen Moment der Hinrichtung. Schon die Erfahrung, in der Todeszelle auf die eigene Hinrichtung warten zu müssen, ist unmenschlich. Die katholische Ordensschwester Helen Prejean betreut seit 1981 Insassen der Todeszellen in den Gefängnissen der USA. Ihr Name ist zum Symbol des Widerstands gegen die Todesstrafe geworden. Ihre Erfahrungen verarbeitete sie in dem Buch „Dead Man Walking“, das in den Vereinigten Staaten 1993 veröffentlicht wurde. Das Buch wurde ein Bestseller und für den Pulitzer Preis nominiert. In der Folge entstanden auf der Basis des Buches 1995 ein Oscar prämierter Film und 2000 eine Oper. Der Schriftsteller und Regisseur Martin Jürgens hat es nun für die Bühne adaptiert. Es ist eine Geschichte von schrecklicher Schuld und unerschütterlicher Barmherzigkeit.

Einführung durch Martin Jürgens 19:00 Uhr
Spieldauer ca. 90 Minuten ohne Pause

Tickets: 030 3124529, www.vaganten.de

Vagantenbühne
Kantstr. 12 A
10623 Berlin-Charlottenburg
Telefon: 030 3124529