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Humanist_innen fordern staatliche Trauerzeremonie, die der weltanschaulich vielfältigen Gesellschaft gerecht wird

10. Januar 2017

In der Diskussion um ein würdiges Gedenken der Opfer des Terroranschlags am Breitscheidplatz spricht sich der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg für eine interkulturelle staatliche Zeremonie aus, die einem Staatsakt in der weltanschaulich vielfältigen Gesellschaft gerecht wird. Jan Gabriel, Präsident des Humanistischen Verbands in Berlin und Brandenburg erklärte: „Bei solch erschütternden Ereignissen wie dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ist ein gemeinsames Innehalten und Gedenken sowie Raum für Trauer und Anteilnahme für die Opfer überaus wichtig. Wir sehen hier die Stadt Berlin in der Verantwortung, für einen passenden Rahmen zu sorgen. Dabei sollten die Vorstellungen von den Angehörigen der Opfer unbedingt mit einbezogen werden", so Gabriel. Eine Schweigeminute im Parlament hält Gabriel nicht für ausreichend, sie werde dem Ausmaß des Anschlags und der Traumatisierung der Opfer nicht gerecht. Der HVD hatte sich bereits in der vergangenen Woche in die Debatte um das Gedenken an die Opfer des Terroranschlags eingebracht und das Aufstellen einer Stele oder Gedenktafel im öffentlich-städtischen Bereich des Breitscheidplatzes gefordert.

„Des Weiteren regen wir an, Staatsakte wie Trauerzeremonien, Amtseinführungen o.ä. künftig so zu gestalten, dass sie die gesamte Bevölkerung einbeziehen, so auch die etwa 60% der Berliner_innen, die konfessionsfrei sind.“ Wie dies gelingen kann, zeigt etwa die Amtseinführung des irischen Präsidenten Michael D. Higgins im Herbst 2011, als nach der interreligiösen Zeremonie die Vertreterin der Humanisten in Irland sprach.