Humanistische Lebenskunde
Lebenskunde ist ein freiwilliges Unterrichtsfach ohne Zensuren. Es wird an Berliner Schulen und seit dem Schuljahr 2007/08 ebenfalls an Brandenburger Schulen gleichberechtigt neben dem Religionsunterricht angeboten. Grundlagen des Lebenskundeunterrichts sind Erkenntnisse über die Natur und die Gesellschaft sowie Lebensregeln, die auf weltlich-humanistischen Traditionen beruhen. Im Mittelpunkt stehen Verantwortung, Selbstbestimmung und Toleranz. Lebenskunde möchte in der Schule an Konfliktlösungen mitarbeiten und ein freundliches Zusammenleben unterstützen. Die humanistische Ethik orientiert sich an einem menschlichen und solidarischen Miteinander.
Nach ersten Erfahrungen in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde Lebenskunde im Jahr 1960 durch das Engagement des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt wieder in den Berliner Schulen eingeführt. In den letzten beiden Jahrzehnten entwickelte sich das Fach zu einem einmaligen Erfolgsmodell im deutschen Schulsystem.
Die heute fast 50.000 Lebenskundeschüler tragen ihre Arbeitsergebnisse gern in die Öffentlichkeit. Sie nehmen an Malwettbewerben teil, organisieren Ausstellungen und Wandzeitungen, knüpfen Partnerschaften mit Kindern in anderen Ländern oder produzieren kleine Filme, die jährlich beim Video-Film-Festival in einem großen Berliner Kino vorgeführt werden.
Das Humanistische Ausbildungsinstitut
Die Lehrer für den Lebenskundeunterricht werden erstmalig in Deutschland seit 1999 in einem Institut ausgebildet, dass durch einen Kooperationsvertrag mit der Technischen Universität Berlin verbunden ist und in vier Semestern zu einem von der Schulverwaltung anerkanntem Examen führt. Das Studium in den Bereichen "Geschichte und Theorie des Humanismus", "Praktischer Humanismus" und "Pädagogik des Lebenskundeunterrichts" findet in den Räumen der Universität statt, realisiert durch Lehrveranstaltungen in Philosophie, Psychologie, Pädagogik und Religionskunde.
