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Onlinepetition gegen Kinderarmut

Foto / Coypright: Diakonie/Hermann Bredehorst
15. Dezember 2016

Onlinepetition gegen Kinderarmut

Jedes Kind ist gleich viel wert - Kinderarmut endlich wirksam bekämpfen.

Drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland leben in Armut. Das ist etwa jedes fünfte Kind. Armut schränkt die Bildungschancen von jungen Menschen, ihre gesundheitliche Entwicklung und ihre kulturellen und sozialen Beteiligungsmöglichkeiten ein und wirkt sich auf das gesamte weitere Leben aus.

Daher wurde durch die Nationale Armutskonferenz und weiteren Trägern eine Onlinepetition gestartet, die für Kinder ein Leben mit Perspektiven und ohne Ausgrenzung fordert.

Darin heißt es unter anderem: „Wir fordern eine einheitliche Geldleistung für alle Kinder, die das Existenzminimum sichert. Ein gutes Aufwachsen darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen":

  1. Das Existenzminimum von Kindern muss realistisch ermittelt werden. Der Bedarf, der im Regelsatz festgelegt ist, darf nicht einfach aus Ausgabepositionen der ärmsten Haushalte abgeleitet werden. Es gilt die tatsächlichen Bedürfnisse u.a. für Kleidung und Schulmaterial zu erheben.
     
  2. Die Ungerechtigkeiten in der Familienförderung müssen abgebaut werden. Aktuell werden Kinder gutverdienender Eltern durch die Kinderfreibeträge stärker unterstützt als Kinder Erwerbsloser oder mittlerer Einkommensbeziehender.
     
  3. Leistungen müssen einfacher gestaltet und leichter zugänglich sein. Langfristig sollten Familien alle Leistungen für ihre Kinder über eine Stelle in einem Auszahlungsbetrag beziehen.

Auch an unseren Humanistischen Kitas in Berlin und Brandenburg macht sich die Armut bemerkbar. „Armut zeigt sich etwa bei einer geringeren Beteiligung an Freizeitaktivitäten oder daran, dass es zu unregelmäßigen Zahlungen kommt. Es gibt sogar Einzelfälle, in denen Kinder mit Hunger zu uns in die Kitas kommen, so Britta Licht, Leiterin der Kitabteilung.

Gerade Kitas in den Außenbezirken spüren die Verdrängung von Familien aus der Innenstadt durch schnell wachsende Mieten. „In Spandau sind in den letzten Jahren viele Familien mit geringem Einkommen nach Spandau gezogen, weil sie sich ein Leben in anderen Bezirken nicht mehr leisten können. Hier im Kiez fehlen aber genügend familienunterstützende Angebote und Maßnahmen. Kinder und Familien sind hier also doppelt im Nachteil: Einmal durch eine geringe soziale Mischung andererseits durch fehlende Förderung. Das ist nicht gut“, beklagt etwa Peter Stanull, Leiter der Kindetagesstätte Wasserwerkstraße. Darum sei eine Bekämpfung der Kinderarmut durch den Staat so wichtig.

Unterschreiben Sie jetzt die Onlinepetition:

https://weact.campact.de/petitions/keine-ausreden-mehr-armut-von-kindern-und-jugendlichen-endlich-bekampfen

Hier geht es zur Webseite der Kampagne