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Notunterkunft für Geflüchtete wird geschlossen

15. Februar 2017

Die vom HVD Berlin-Brandenburg betriebene Notunterkunft für Geflüchtete in der in der Otto-Ostrowski-Straße im Berliner Bezirk Friedrichshain wird am heutigen Mittwoch geschlossen. Zu diesem Schritt hat sich der HVD in Abstimmung mit dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) und dem zuständigen Bezirksamt kurzfristig entschlossen, da insbesondere brandschutztechnische Mängel an der zur Notunterkunft umfunktionierten Turnhalle einen sicheren Betrieb zunehmend gefährdeten.

Die Notunterkunft an der Otto-Ostrowski-Straße war im November 2015 eröffnet worden. Sie bot Platz für 130 Menschen. Die 38 verbliebenen Bewohner_innen – Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Ägypten und dem Irak, darunter auch neun Kinder – ziehen nun in ein sogenanntes Tempohome: ein Containerdorf in der Gerlinger Straße in Buckow (Bezirk Neukölln), das rund 560 Menschen Platz bietet. 

Ein Bus holt die Bewohner_innen am frühen Nachmittag ab, ihre Habseligkeiten werden gesondert transportiert. „Unsere Sozialarbeiterin wird die Bewohner_innen in die neue Gemeinschaftsunterkunft begleiten und ihnen unterstützend zur Seite stehen“, sagt Eros Avena, Leiter der Notunterkunft in der Otto-Ostrowski-Straße. Am Vorabend sei gemeinsam mit Bewohner_innen und ehrenamtlichen Helfer_innen noch eine kleine Abschiedsfeier organisiert worden. Die Initiative „Friedrichshain hilft“ habe einige Umzugskartons zur Verfügung gestellt, andere Helfer_innen spendeten Koffer.

Avena und seine Kolleg_innen werden auch in den nächsten Tagen noch in der Otto-Ostrowski-Straße vor Ort sein, um die Abwicklung des Umzugs bestmöglich zu organisieren. In der kommenden Woche fahren sie nach Buckow, um die persönlichen Akten an die Bewohner_innen zu übergeben und die dortigen Sozialarbeiter_innen über deren individuelle Anliegen zu informieren. Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten stellt ihnen hierfür Dolmetscher_innen zur Seite. „Die Bewohner_innen sollen nicht wieder ganz bei Null anfangen müssen“, sagt Avena.

„Die Sicherheit und das Wohlergehen der Bewohner_innen stehen für uns an erster Stelle“, betont Andrea Käthner-Isemeyer, Leiterin der Abteilung Soziales beim HVD Berlin-Brandenburg. „Wir freuen uns, dass sie nun in die Gemeinschaftsunterkunft umziehen können.“ Verantwortung möchte der HVD aber auch für seine Mitarbeiter_innen übernehmen, die bislang in der Notunterkunft tätig waren. Der Verband hat sich um die Trägerschaft eines geplanten Tempohomes in der Hohenschönhauser Straße im Bezirk Lichtenberg beworben. „Wir hoffen hier auf eine baldige positive Antwort“, so Käthner-Isemeyer.

Um geflüchteten Menschen das Ankommen in Berlin zu erleichtern, hat der HVD gemeinsam mit der städtischen WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte im vergangenen Jahr zudem ein Patenschaftsprojekt mit dem Namen „Hallo neue Nachbarn!“ ins Leben gerufen. Mehrere Patenschaften konnten bereits vermittelt werden.