Miteinander statt Gegeneinander in Neukölln
In der Richard Grundschule in Neukölln haben die Klassen der vierten Jahrgangsstufe an einem Projekt zum Thema „Respekt" teilgenommen. Unter Beteiligung des humanistischen Lebenskunde- sowie des islamischen und christlichen Religionsunterrichtes tauschten sich die Schüler mehrere Monate lang über Respekt aus. Initiiert hatten die Aktion die Sozialarbeiter/-innen der Schule, Elsayed Youssef und Anke Bartholomä.
Ergebnis dieser Aktion waren u.a. eine Ausstellung in den Schulräumen und ein Projekttag, der die unterschiedlichen Inhalte und Ideen des Projektes miteinander verknüpfte. Im Lebenskundeunterricht wurde auch ein Film produziert, in dem einige Kinderrechte durch zwei Lebenskundegruppen in kleinen Szenen dargestellt wurden. Dieser regte wiederum Austausch und Diskussionen unter den Schülerinnen und Schülern an. Themen wie Gewalt im Elternhaus oder auf dem Schulhof, aber auch verbale Gewalt durch Erwachsene wurden ernsthaft diskutiert.
Wie schwer es ist, das Thema Respekt nicht nur theoretisch zu fassen, sondern auch praktisch umzusetzen, wissen die kleinen und großen Schüler/-innen ganz genau. Dass dieser Prozess jedoch mit allen Mitteln unterstützt und wenn möglich auch unabhängig und konfessionsübergreifend geschehen kann und soll, haben die Lehrerinnen der Richard Grundschule gezeigt.
In einer Zeit, in der Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab" in aller Munde ist, kann die Antwort darauf nur lauten: Deutschland schafft sich mitnichten ab! Gerade in Neukölln, einem Bezirk in dem viele der von Herrn Sarrazin diskriminierten und kriminalisierten Menschen leben, arbeiten Eltern, Lehrer/-innen und Schüler/-innen gemeinsam daran, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen. Dies geschieht trotz der für viele Berliner Familien immer beklemmenderen sozioökonomischen Umstände.
